Die Notfallmappe, oft auch Dokumentenmappe genannt, bündelt alles, was im Ernstfall gebraucht wird. Das gilt nach einem Unfall, im Krankenhaus, bei einer Evakuierung oder wenn Eltern plötzlich Hilfe brauchen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät, wichtige Dokumente an einem Ort zu sammeln, den alle im Haushalt kennen.
Das Anlegen dauert einen Nachmittag. Danach reicht ein kurzer Blick einmal im Jahr.
Wozu eine Notfallmappe?
Viele Familien merken erst im Krankenhaus, dass niemand weiß, welche Medikamente die Mutter nimmt oder wo die Vorsorgevollmacht liegt. Neue Dokumente zu beschaffen, ist aufwendig und manchmal gar nicht möglich.
Die Mappe hilft in drei Situationen: wenn Sie selbst nicht ansprechbar sind, wenn Sie schnell das Haus verlassen müssen und wenn nach einem Brand oder Wasserschaden Unterlagen fehlen.
Was gehört in die Notfallmappe?
Nicht alles trifft auf jeden zu. Nehmen Sie, was für Ihre Familie passt.
Persönliche Dokumente
- Kopie von Personalausweis oder Reisepass
- Kopie des Führerscheins
- Geburts- und Heiratsurkunden bzw. Stammbuch
- Kopie der Gesundheitskarte
Gesundheit
- Aktueller Medikamentenplan
- Allergien, Vorerkrankungen, Blutgruppe
- Kopie von Impfpass und Allergiepass
- Hausarztpraxis und Fachärzte
- Pflegegrad und Pflegedienst, falls vorhanden
Vorsorge
- Vorsorgevollmacht
- Betreuungsverfügung
- Patientenverfügung
- Testament oder Hinweis, wo es hinterlegt ist
- Organspendeausweis
Versicherungen und Verträge
- Kranken-, Pflege- und Haftpflichtversicherung
- Hausrat- und Wohngebäudeversicherung
- Lebens- und Unfallversicherung
- Miet- oder Kaufvertrag, Grundbuchauszug
- Renten- und Steuerbescheide
Finanzen
- Bank und IBAN der Konten (ohne PIN oder Passwörter)
- Daueraufträge und laufende Verpflichtungen
- Hinweis auf Depots und Sparverträge
- Kontakt der Bankberatung
Kontakte
- Angehörige und Vertrauenspersonen
- Nachbarn mit Ersatzschlüssel
- Arbeitgeber, Schule, Kita
- Tierarztpraxis und Tiersitter
- Vermieter oder Hausverwaltung
Wichtig
PINs, TANs und Passwörter gehören nicht offen in die Mappe. Notieren Sie höchstens, wo ein Passwortmanager oder ein versiegelter Umschlag zu finden ist.
Original oder Kopie?
Das BBK unterscheidet drei Gruppen:
- Im Original: Familienurkunden wie Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden oder das Stammbuch.
- Original oder beglaubigte Kopie: Verträge, Versicherungspolicen, Sparbücher, Renten- und Steuerbescheide, Zeugnisse, Testament, Vollmachten und Verfügungen.
- Einfache Kopie: Ausweise, Führerschein, Fahrzeugpapiere, Impfpass und weitere Unterlagen, deren Original Sie im Alltag brauchen.
Beglaubigte Kopien bekommen Sie zum Beispiel beim Bürgeramt oder beim Notar. Fragen Sie vorher nach den Kosten.
Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung
Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmen Sie, wer für Sie entscheiden darf, wenn Sie es selbst nicht mehr können. Die Patientenverfügung legt fest, welche medizinischen Behandlungen Sie in bestimmten Situationen wünschen oder ablehnen. Mit einer Betreuungsverfügung können Sie Wünsche für eine mögliche gerichtliche Betreuung festhalten.
Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz erklärt die Grundlagen und stellt Formulare bereit. Bei Immobilien, größerem Vermögen oder wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich von einem Notar, einer Anwältin oder der örtlichen Betreuungsbehörde beraten. Vollmachten und Verfügungen können Sie im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren lassen, damit Gerichte sie im Ernstfall finden.
Gut zu wissen
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.
Papier oder digital?
Papiermappe
- Funktioniert ohne Strom und Internet
- Originale und beglaubigte Kopien an einem Ort
- Am besten in einer feuerhemmenden, wasserabweisenden Tasche
Digitale Kopie
- Bleibt erhalten, wenn die Papiere verloren gehen
- Angehörige können auch aus der Ferne zugreifen
- Leicht aktuell zu halten, zum Beispiel der Medikamentenplan
Datenschutz: darauf sollten Sie achten
Gesundheitsdaten und Ausweiskopien sind besonders schützenswert. Speichern Sie sie nur verschlüsselt, nutzen Sie ein eigenes, starkes Passwort und schicken Sie Ausweiskopien nicht unverschlüsselt per E-Mail oder Messenger. Geben Sie Zugriff nur Menschen, denen Sie vertrauen, und entziehen Sie ihn, wenn er nicht mehr nötig ist.
Mit Angehörigen teilen
Eine Mappe hilft nur, wenn jemand davon weiß. Sprechen Sie mit Ihrer Familie darüber, gerade wenn Sie sich um ältere Eltern kümmern oder selbst allein leben.
- Sagen Sie mindestens einer Vertrauensperson, wo die Mappe liegt.
- Bevollmächtigte sollten das Original der Vollmacht im Ernstfall erreichen können.
- Eine Kopie bei Verwandten, beim Notar oder im Bankschließfach schützt vor Verlust.
- Legen Sie einen festen Termin fest, um die Mappe jährlich zu prüfen.
Für die Papiere
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Checkliste zum Ausdrucken
Mit „Checkliste drucken“ erhalten Sie die Liste als eigenes Blatt. Legen Sie es vorne in die Mappe, so sehen Sie sofort, was fehlt.
Inhalt unserer Notfallmappe
Geprüft am: ______________ von: ______________
- Ausweiskopien aller Familienmitglieder
- Geburts- und Heiratsurkunden
- Kopien der Gesundheitskarten
- Medikamentenpläne
- Impfpass-Kopien
- Vorsorgevollmacht
- Betreuungsverfügung
- Patientenverfügung
- Hinweis zum Testament
- Versicherungsübersicht mit Nummern
- Miet- oder Kaufvertrag
- Kontoübersicht (ohne PIN)
- Wichtige Telefonnummern
- Tierpass und Chipnummer
- Aufbewahrungsort bekannt bei:
- Zuletzt aktualisiert am:
SafeFamily24, Stand: September 2026.
safefamily24.de, Ratgeber zur Notfallvorsorge. Diese Liste ersetzt keine persönliche Beratung.
Der nächste Schritt
Der Vorsorge-Check zeigt in 3 Minuten, was in Ihrer Vorsorge noch fehlt. Im Notfallplan halten Sie Kontakte und Treffpunkte fest.
Häufige Fragen
Gehören Originale oder Kopien in die Notfallmappe?
Das kommt auf das Dokument an. Familienurkunden wie Geburts- und Heiratsurkunden bewahren Sie im Original auf; von Ausweisen, Führerschein oder Impfpass genügen Kopien. Für Verträge, Vollmachten und Testament rät das BBK zu Originalen oder beglaubigten Kopien.
Ist eine digitale Notfallmappe sicher?
Das hängt vom Anbieter und von Ihrem Umgang damit ab. Achten Sie auf verschlüsselte Speicherung, ein starkes Passwort und darauf, wem Sie Zugriff geben. Eine digitale Kopie ersetzt die Papiermappe nicht, ergänzt sie aber gut, etwa wenn die Unterlagen bei einem Brand verloren gehen.
Brauche ich für Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung einen Notar?
Nicht in jedem Fall: Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz stellt Informationen und Muster bereit. Bei Immobilien, größerem Vermögen oder Unsicherheit ist eine Beratung durch Notar, Anwalt oder Betreuungsbehörde sinnvoll. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.
Wer sollte wissen, wo die Notfallmappe liegt?
Alle Erwachsenen im Haushalt und mindestens eine Vertrauensperson außerhalb, zum Beispiel ein erwachsenes Kind oder eine Freundin. Wer eine Vollmacht hat, muss im Ernstfall auch an das Dokument kommen können.
Weiterlesen
Quellen
- BBK: Dokumente sichern
- Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Vorsorge und Betreuungsrecht
- Zentrales Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer
Dieser Ratgeber dient zur Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: September 2026.




