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Notfallvorsorge

Stromausfall: Was tun?

Die Checkliste für Familien

Ein Stromausfall trifft die meisten Familien unvorbereitet. Mit der richtigen Vorbereitung bleiben Sie handlungsfähig, egal ob der Ausfall eine Stunde oder mehrere Tage dauert.

Stand September 20268 Min. Lesezeit

Kerzenlicht in einer Wohnung während eines Stromausfalls

Laut Bundesnetzagentur waren Haushalte in Deutschland zuletzt im Schnitt etwa 12 Minuten pro Jahr ohne Strom, eine der besten Versorgungsquoten weltweit. Doch Extremwetterereignisse, Cyberangriffe auf Infrastruktur und technische Störungen machen längere Ausfälle möglich. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt einen Vorrat für möglichst zehn Tage, ein Vorrat für drei Tage ist ein guter erster Schritt.

Für die ersten Stunden reichen Licht, ein Radio und ein geschlossener Kühlschrank. Für längere Ausfälle kommen Wasser, ein einfacher Notvorrat und ein Plan dazu, wer in der Familie was übernimmt.

Was tun, wenn der Strom ausfällt?

In den ersten Minuten kommt es auf Ruhe an. Gehen Sie diese Punkte der Reihe nach durch:

  1. Schritt 1
    Sicherungskasten prüfen: Ist die Hauptsicherung herausgesprungen?
  2. Schritt 2
    Nachbarn fragen, ob auch bei ihnen der Strom ausgefallen ist.
  3. Schritt 3
    Elektrogeräte ausschalten oder vom Netz trennen (Überspannungsschutz beim Wiedereinschalten).
  4. Schritt 4
    Taschenlampe oder LED-Laterne einschalten. Kerzen nur als Notreserve und nie unbeaufsichtigt brennen lassen.
  5. Schritt 5
    Batteriebetriebenes Radio einschalten und offizielle Meldungen verfolgen. Die Frequenzen sind regional verschieden. Den Sender Ihrer Region (z. B. den Landesrundfunk oder Deutschlandfunk) vorher heraussuchen und notieren.
  6. Schritt 6
    Kühlschrank und Gefrierschrank geschlossen halten. Bei geschlossener Tür hält sich die Kühlung mehrere Stunden.
  7. Schritt 7
    Netzbetreiber anrufen: Auf der Rückseite Ihrer Stromrechnung oder auf der Webseite Ihres Netzbetreibers finden Sie die Störungsnummer.

Wie lange dauert ein Stromausfall?

Die meisten Stromausfälle in Deutschland dauern weniger als eine Stunde und sind auf lokale Defekte im Verteilnetz zurückzuführen. Schwere Unwetter, Überschwemmungen oder Eisregen können Ausfälle von mehreren Stunden oder im Extremfall von Tagen verursachen.

Für Haushalte mit Medizintechnik (z. B. Beatmungsgeräte, Kühlung für Insulin) ist ein Notfallplan besonders wichtig. Informieren Sie Ihren Energieversorger vorab über lebenserhaltende Geräte. Viele Netzbetreiber führen entsprechende Sonderregister.

Tipp

Kältere Jahreszeiten verschärfen Stromausfälle erheblich, da Heizung und Warmwasser ebenfalls ausfallen. Kalkulieren Sie Wärmeschutz in Ihre Vorbereitung ein.

Trinkwasservorrat anlegen

Wasser ist die wichtigste Ressource. Bei einem längeren Stromausfall kann auch die Wasserversorgung betroffen sein, da Druckpumpen im Leitungsnetz Strom benötigen.

Menge
2 Liter pro Person und Tag, als Vorrat für möglichst zehn Tage (1,5 Liter zum Trinken, 0,5 Liter zum Kochen)
Lagerung
Lichtgeschützt, kühl und in lebensmittelechten Behältern
Haltbarkeit
Abgefülltes Mineralwasser ist mindestens bis zum aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum haltbar
Badewanne
Im Notfall schnell die Badewanne mit Leitungswasser füllen. Das gibt Ihnen zusätzliche Reserve.

Lebensmittelvorrat für Familien

Der Notvorrat muss weder teuer noch aufwendig sein. Kaufen Sie bei jedem Einkauf etwas mehr von haltbaren Produkten und rotieren Sie den Vorrat (ältere Ware zuerst verbrauchen). Empfehlenswert sind Lebensmittel, die ohne Kochen oder mit minimalem Aufwand essbar sind.

  • Konserven (Gemüse, Hülsenfrüchte, Fisch, Fleisch)
  • Vollkornknäckebrot und Zwieback
  • Haferflocken und Müsli
  • Nüsse, Trockenfrüchte und Riegel
  • Milchpulver und Haltbarmilch
  • Fertiggerichte, die ohne Kochen essbar sind
  • Spezialkost für Säuglinge und ältere Familienmitglieder
  • Futter für Haustiere

Das BBK rät zu einem Lebensmittelvorrat für möglichst zehn Tage. Eine ausführliche Checkliste finden Sie auf bbk.bund.de.

Notfallausrüstung für den Haushalt

Diese Gegenstände sollten in jedem Haushalt vorhanden und leicht zugänglich sein. Bewahren Sie sie an einem festen Platz auf, den alle Familienmitglieder kennen.

  • Taschenlampe

    Mindestens eine pro Person, mit frischen Batterien oder aufladbar

  • LED-Laterne

    Hellt einen ganzen Raum auf und ist sicherer als Kerzen. Kerzen höchstens als Notreserve, nie unbeaufsichtigt

  • Batterieradio oder Kurbelradio

    Für offizielle Informationen ohne Internetverbindung

  • Powerbank

    Mindestens 20.000 mAh, um Smartphones mehrfach aufzuladen

  • Notfallapotheke

    Mit Verbandsmaterial, Schmerzmitteln und persönlichen Medikamenten

  • Bargeld

    Kartenzahlungen funktionieren bei Stromausfall oft nicht

  • Feuerlöscher

    Kerzen und improvisierte Heizungen erhöhen das Brandrisiko

  • Wärme

    Schlafsäcke, Wolldecken und wärmende Kleidung. Die Heizung fällt meist ebenfalls aus.

  • Gaskocher

    Für warme Mahlzeiten. Nur im Freien benutzen, zum Beispiel auf Balkon oder Terrasse. In Innenräumen besteht Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid.

Mit Kindern über Stromausfall sprechen

Kinder reagieren auf Stromausfälle sehr unterschiedlich. Manche empfinden sie als Abenteuer, andere werden ängstlich. Eine ruhige, sachliche Erklärung im Vorfeld hilft, Panik zu vermeiden.

  • Üben Sie gemeinsam, wo Taschenlampen und LED-Laternen aufbewahrt werden.
  • Legen Sie fest, wer die jüngeren Geschwister betreut, wenn die Eltern beschäftigt sind.
  • Bestimmen Sie einen Treffpunkt außerhalb der Wohnung, falls eine Evakuierung nötig wird.
  • Halten Sie analoge Beschäftigung bereit: Brettspiele, Bücher, Bastelzeug.

Haustiere nicht vergessen

Hund und Katze gehören zur Familie und brauchen im Notfall ebenfalls Wasser, Futter und einen ruhigen Platz. Planen Sie Ihre Tiere von Anfang an mit ein.

Wasser

Hund: etwa 50 bis 60 ml je Kilogramm Körpergewicht pro Tag (Beispiel: 20-kg-Hund etwa 1 bis 1,2 Liter). Katze: etwa 0,2 bis 0,3 Liter pro Tag. Richtwert, bei Hitze mehr.

Futter

Vorrat für mindestens 10 Tage, luftdicht verpackt. Dazu Medikamente und Leckerli.

Transportbox

Stabile Box oder Geschirr bereitstellen, falls Sie die Wohnung verlassen müssen.

Legen Sie außerdem Impfpass, Chipnummer und die Nummer Ihrer Tierarztpraxis zu Ihren Notfallunterlagen.

Notstromaggregate und Solarlösungen

Wer auf dauerhaften Strom angewiesen ist (z. B. für Medizingeräte), kann ein Notstromaggregat oder eine Solarlösung mit Speicher in Betracht ziehen.

Sicherheitshinweis

Mit Benzin oder Diesel betriebene Generatoren erzeugen tödliches Kohlenmonoxid. Betreiben Sie sie niemals in geschlossenen Räumen, Garagen oder Kellern, auch nicht bei offenen Fenstern und Türen.

Steckerfertige Balkonkraftwerke mit Speicher und Powerstations (große Akkus mit Wechselrichter) sind eine sichere Alternative für die Nutzung in der Wohnung und eignen sich für den Betrieb kleiner Geräte wie Telefone, Lampen oder ein Radio.

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Wo stehen Sie mit Ihrer Vorbereitung?

Der Vorsorge-Check prüft in 3 Minuten Ihren Vorbereitungsstand. Er zeigt die wichtigsten Maßnahmen für Ihre Familie, passend zu Haushaltsgröße und Wohnform.

Häufige Fragen

Wie lange hält Tiefkühlkost bei Stromausfall?

Ein gut gefüllter Gefrierschrank hält die Temperatur bei geschlossener Tür bis zu 48 Stunden, ein halbvoller Gefrierschrank etwa 24 Stunden. Öffnen Sie die Tür so selten wie möglich.

Was ist zuerst zu tun, wenn der Strom ausfällt?

Prüfen Sie zunächst Ihren Sicherungskasten. Wenn alle Sicherungen in Ordnung sind, erkundigen Sie sich bei Nachbarn, ob auch deren Strom ausgefallen ist. Schalten Sie Elektrogeräte aus, um Überspannungsschäden beim Wiedereinschalten zu vermeiden, und hören Sie ein batteriebetriebenes Radio für offizielle Meldungen.

Wie viel Trinkwasservorrat braucht eine Familie?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät zu 2 Litern Wasser pro Person und Tag und zu einem Vorrat für möglichst zehn Tage. Für eine vierköpfige Familie sind das 80 Liter, ein Vorrat für drei Tage (24 Liter) ist ein guter Start. Haustiere brauchen zusätzlich Wasser.

Kann ich einen Notstromgenerator in der Wohnung betreiben?

Nein. Mit Benzin oder Diesel betriebene Generatoren dürfen niemals in geschlossenen Räumen betrieben werden, da sie tödliches Kohlenmonoxid ausstoßen. Betreiben Sie einen Generator ausschließlich im Freien und mit ausreichend Abstand zu Fenstern und Türen.

Wie lange dauert ein Stromausfall im Schnitt?

Die meisten Stromausfälle in Deutschland dauern weniger als eine Stunde. Schwere Wetterereignisse oder Infrastrukturschäden können jedoch zu Ausfällen von mehreren Stunden oder im Extremfall von Tagen führen. Das BBK empfiehlt einen Vorrat für möglichst zehn Tage, ein Vorrat für drei Tage ist ein guter Start.

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Quellen

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Bundesnetzagentur.

Dieser Ratgeber dient zur Orientierung und ersetzt keine behördliche Beratung. Stand: September 2026.