Ein Sturz im Bad, ein Schwindelanfall in der Nacht: Wer allein lebt, kann in solchen Momenten oft nicht mehr zum Telefon greifen. Ein Hausnotruf verbindet per Knopfdruck mit einer Zentrale, die rund um die Uhr erreichbar ist.
Mit einem anerkannten Pflegegrad beteiligt sich die Pflegekasse an den Kosten. Bestimmte Anbieter empfehlen wir bewusst nicht.
So funktioniert ein Hausnotruf
Basisgerät
Ein kleines Gerät mit Lautsprecher und Mikrofon steht in der Wohnung. Es ist mit einer Notrufzentrale verbunden, heute meist über Mobilfunk mit eingebauter SIM-Karte, seltener über den Telefonanschluss.
Notrufknopf
Ein Funksender als Armband oder Kette. Ein Druck genügt, und die Zentrale meldet sich über den Lautsprecher, auch wenn Sie nicht ans Gerät kommen.
Notrufzentrale
Rund um die Uhr besetzt. Die Mitarbeitenden sprechen mit Ihnen und verständigen je nach Lage Angehörige, Nachbarn, einen Einsatzdienst oder den Rettungsdienst.
Zusatzleistungen
Je nach Anbieter: Schlüsselhinterlegung, eigener Einsatzdienst, Sturzsensor, Rauchmelder mit Anbindung oder ein mobiler Notruf für unterwegs.
Was kostet ein Hausnotruf?
Die Kosten setzen sich meist aus einer monatlichen Gebühr für den Basis-Hausnotruf, einer einmaligen Anschlussgebühr und optionalen Zusatzleistungen zusammen. Die Preise unterscheiden sich je nach Anbieter und Region deutlich.
- Basis-Hausnotruf: Gerät, Notrufknopf und Verbindung zur Zentrale. Diesen Teil bezuschusst die Pflegekasse.
- Anschluss und Einweisung: Häufig einmalig fällig. Fragen Sie, ob die Pflegekasse diesen Betrag übernimmt.
- Zusatzleistungen: Schlüsselhinterlegung, Einsatzdienst, Sturzsensor oder mobiler Notruf kosten in der Regel extra und werden meist selbst bezahlt.
Lassen Sie sich immer ein schriftliches Angebot geben, in dem der Eigenanteil nach Abzug des Zuschusses klar ausgewiesen ist.
Der Zuschuss der Pflegekasse
27 Euro im Monat
Seit dem 1. April 2026 sehen die Hausnotrufverträge des GKV-Spitzenverbands eine Nettovergütung von 27,00 Euro vor. Ist der Anbieter umsatzsteuerpflichtig, kommt die Umsatzsteuer hinzu.
Der Hausnotruf zählt zu den technischen Pflegehilfsmitteln. Anspruch darauf haben Menschen mit einem anerkannten Pflegegrad, schon ab Pflegegrad 1. Die Pflegekasse prüft im Einzelfall, ob der Hausnotruf nötig ist, typisch bei Menschen, die allein leben oder viele Stunden am Tag allein sind.
Für technische Pflegehilfsmittel sieht das Gesetz grundsätzlich eine Zuzahlung von 10 Prozent vor, höchstens 25 Euro. Ob und in welcher Höhe beim Hausnotruf etwas anfällt, sagt Ihnen Ihre Pflegekasse.
Hinweis
Stand September 2026. Beträge und Bedingungen können sich ändern. Bitte bestätigen Sie die Angaben bei Ihrer Pflegekasse, bevor Sie einen Vertrag abschließen.
So stellen Sie den Antrag
- Schritt 1
Pflegegrad klären
Liegt noch keiner vor, beantragen Sie ihn zuerst bei der Pflegekasse. Das geht formlos, auch telefonisch. - Schritt 2
Anbieter auswählen, der Vertragspartner der Pflegekassen ist
Viele Anbieter helfen beim Antrag und senden ihn für Sie ein. - Schritt 3
Antrag auf Kostenübernahme bei der Pflegekasse stellen
Ein ärztliches Rezept ist für Pflegehilfsmittel in der Regel nicht nötig. - Schritt 4
Auf die Entscheidung warten
Die Pflegekasse muss innerhalb von drei Wochen entscheiden, mit Gutachten innerhalb von fünf Wochen. - Schritt 5
Gerät einrichten lassen
Der Anbieter bringt das Gerät, weist Sie ein und hinterlegt Ihre Kontaktpersonen. Machen Sie gleich einen Probealarm.
Tipp
Kümmern Sie sich als Tochter oder Sohn um Ihre Eltern? Dann halten Sie Pflegegrad, Versichertennummer und Kontakte am besten in einer Notfallmappe fest.
Den passenden Anbieter finden
Hausnotruf bieten Wohlfahrtsverbände, Pflegedienste und private Unternehmen an. Diese Fragen helfen beim Vergleich:
- Ist der Anbieter Vertragspartner der Pflegekassen?
- Was kostet der Basis-Hausnotruf im Monat, und bleibt nach dem Zuschuss ein Eigenanteil?
- Gibt es eine Anschlussgebühr oder Kosten für die Einrichtung?
- Welche Zusatzleistungen kosten extra, und sind sie für Sie wirklich nötig?
- Wie lang sind Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist?
- Wer kommt im Notfall, wenn keine Angehörigen erreichbar sind?
- Wie schnell ist der Einsatzdienst im Durchschnitt vor Ort?
- Funktioniert das Gerät auch bei Stromausfall, und wie lange hält der Akku?
- Wird die Verbindung regelmäßig automatisch geprüft?
- Wie werden Schlüssel und Gesundheitsdaten geschützt?
Hausnotruf oder mobiler Notrufknopf?
Hausnotruf mit Zentrale
- Zentrale rund um die Uhr
- Zuschuss der Pflegekasse möglich
- Vor allem für zu Hause gedacht
Mobiler Notrufknopf mit GPS
- Ruft direkt Angehörige an und sendet den Standort
- Funktioniert auch unterwegs
- Keine Zentrale, kein Zuschuss, SIM-Karte mit Tarif nötig
Der mobile Notrufknopf aus unserem Shop ist kein Hausnotruf im Sinne der Pflegekasse. Er eignet sich für aktive Menschen, die viel unterwegs sind, oder als Ergänzung, wenn Angehörige in der Nähe wohnen und selbst helfen können.
Checkliste zum Ausdrucken
Drucken Sie die Liste mit „Checkliste drucken“ aus und nehmen Sie sie zum Gespräch mit Anbieter oder Pflegekasse mit.
Hausnotruf einrichten
Geprüft am: ______________ von: ______________
- Pflegegrad liegt vor (ab Pflegegrad 1)
- Antrag bei der Pflegekasse gestellt am:
- Mindestens zwei Anbieter verglichen
- Anbieter ist Vertragspartner der Pflegekasse
- Monatlicher Eigenanteil geklärt
- Laufzeit und Kündigungsfrist notiert
- Kontaktpersonen für die Zentrale festgelegt
- Ersatzschlüssel hinterlegt (Nachbar oder Anbieter)
- Medikamentenplan und Vorerkrankungen hinterlegt
- Notrufknopf wird auch nachts und im Bad getragen
- Probealarm gemacht
- Akku und Verbindung werden regelmäßig geprüft
SafeFamily24, Stand: September 2026. Angaben bitte bei der Pflegekasse bestätigen.
safefamily24.de, Ratgeber zur Notfallvorsorge. Diese Liste ersetzt keine persönliche Beratung.
Mehr als ein Notrufknopf
Der Vorsorge-Check zeigt, was im Haushalt Ihrer Eltern noch fehlt. In der digitalen Notfallmappe halten Sie Medikamente, Kontakte und Vollmachten fest.
Häufige Fragen
Wie viel zahlt die Pflegekasse für den Hausnotruf?
Seit dem 1. April 2026 sehen die Hausnotrufverträge des GKV-Spitzenverbands 27 Euro netto im Monat für den Basis-Hausnotruf vor. Ist der Anbieter umsatzsteuerpflichtig, kommt die Umsatzsteuer hinzu. Stand September 2026, bitte bestätigen Sie den Betrag bei Ihrer Pflegekasse.
Reicht Pflegegrad 1 für den Zuschuss?
Ja, grundsätzlich schon. Auch bei Pflegegrad 1 besteht nach dem Gesetz Anspruch auf Pflegehilfsmittel, zu denen der Hausnotruf zählt. Die Pflegekasse prüft aber im Einzelfall, ob der Hausnotruf nötig ist, zum Beispiel weil jemand viel allein ist und im Notfall sonst keine Hilfe rufen könnte.
Zahlt die Pflegekasse auch einen mobilen Notruf für unterwegs?
Der Zuschuss ist für den Basis-Hausnotruf in der Wohnung gedacht. Zusatzleistungen wie ein mobiler Notrufknopf mit GPS, ein Sturzsensor oder ein Einsatzdienst zahlen Sie in der Regel selbst. Fragen Sie bei Ihrer Pflegekasse und beim Anbieter nach, was im Einzelfall übernommen wird.
Wie lange dauert die Entscheidung der Pflegekasse?
Laut Bundesgesundheitsministerium muss die Pflegekasse über einen Antrag auf Pflegehilfsmittel innerhalb von drei Wochen entscheiden. Ist ein Gutachten nötig, verlängert sich die Frist auf fünf Wochen.
Weiterlesen
Quellen
- GKV-Spitzenverband: Fragen und Antworten zu den Hausnotrufverträgen (März 2026), PDF
- GKV-Spitzenverband: Pflegehilfsmittelverträge
- Bundesgesundheitsministerium: Pflegehilfsmittel
- § 28a SGB XI: Leistungen bei Pflegegrad 1
- § 40 SGB XI: Pflegehilfsmittel
Dieser Ratgeber dient zur Orientierung und ersetzt keine Beratung durch Ihre Pflegekasse. Stand: September 2026.




