Die meisten Stromausfälle in Deutschland sind nach kurzer Zeit vorbei. Dauert es länger, fehlen vor allem Licht, Informationen und die Möglichkeit, das Handy zu laden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nennt Powerbanks und solarbetriebene Ladegeräte als Hilfe für diesen Fall.
Eine Powerstation ist die größere Variante: ein Akku mit normalen Steckdosen. Damit sie zu Ihrem Bedarf passt, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Zahlen.
Was ist eine Powerstation?
Eine tragbare Powerstation ist ein großer Akku mit eingebautem Wechselrichter. Sie hat Steckdosen wie in der Wohnung, dazu USB-Anschlüsse. Geladen wird sie an der Steckdose, im Auto oder mit einem Solarmodul.
Anders als ein Benzin- oder Dieselgenerator ist sie leise und erzeugt keine Abgase. Sie kann deshalb in der Wohnung stehen. Eine Powerbank ist die kleine Schwester: gut für Handys, aber ohne Steckdose.
Watt und Wattstunden einfach erklärt
Watt (W)
Wie viel Strom ein Gerät gerade braucht. Das steht auf dem Typenschild oder Netzteil. Eine LED-Lampe braucht etwa 5 W, ein Wasserkocher etwa 2.000 W.
Wattstunden (Wh)
Wie viel Energie im Akku steckt. Eine Powerstation mit 500 Wh könnte theoretisch 100 Stunden lang eine 5-W-Lampe betreiben.
Die Faustformel
Leistung in Watt mal Stunden ergibt den Verbrauch in Wattstunden. Vom Akku sind wegen Umwandlungsverlusten grob etwa 80 Prozent nutzbar.
Achten Sie außerdem auf die Dauerleistung der Powerstation, also wie viel Watt sie gleichzeitig abgeben kann. Ein Gerät mit mehr Leistung als erlaubt schaltet sie ab.
Beispielrechnungen
Typische Werte. Schauen Sie für Ihre Geräte auf das Typenschild.
| Gerät | Leistung | Beispiel | Verbrauch |
|---|---|---|---|
| WLAN-Router | ca. 10 W | 12 Stunden | ca. 120 Wh |
| LED-Lampe | ca. 5 W | 5 Stunden | ca. 25 Wh |
| Smartphone laden | 1 volle Ladung | ca. 15 Wh | |
| Radio | ca. 2 bis 5 W | 10 Stunden | ca. 20 bis 50 Wh |
| Laptop | ca. 30 bis 60 W | 3 Stunden | ca. 90 bis 180 Wh |
| Kühlbox (Kompressor) | ca. 40 bis 60 W | 8 Stunden Laufzeit | ca. 320 bis 480 Wh |
Eine Kompressor-Kühlbox läuft nicht ständig, sondern schaltet sich immer wieder ein. Wie viel sie am Tag braucht, hängt stark von Außentemperatur und Befüllung ab.
Ein Tag für eine vierköpfige Familie
- 2 LED-Lampen je 5 Stunden: 2 × 5 W × 5 h = 50 Wh
- 4 Handys je eine Ladung: 4 × 15 Wh = 60 Wh
- Radio 10 Stunden: 2 W × 10 h = 20 Wh
- Router 6 Stunden: 10 W × 6 h = 60 Wh
Zusammen etwa 190 Wh pro Tag. Eine Powerstation mit 500 Wh (rund 400 Wh nutzbar) reicht damit etwa zwei Tage. Mit Solarmodul an sonnigen Tagen entsprechend länger.
Gut zu wissen
Hinweis zum Router: Bei einem großflächigen Stromausfall kann auch das Internet in der Umgebung ausfallen. Ein Radio bleibt die verlässlichste Informationsquelle.
Welche Größe für wen?
Bis etwa 300 Wh
Singles, kleine Wohnungen
Licht, Radio und Handys für ein bis zwei Tage. Leicht und gut zu tragen.
Etwa 500 Wh
Paare und Familien
Licht, Radio, Handys und zeitweise Router oder Laptop für mehrere Tage. Mit Solarmodul noch länger.
Ab etwa 1.000 Wh
Eigenheim, höherer Bedarf
Zusätzlich eine Kühlbox oder mehrere Geräte gleichzeitig. Deutlich schwerer und teurer.
Größer ist nicht automatisch besser. Eine Powerstation, die Sie problemlos tragen und regelmäßig laden, nützt mehr als ein schweres Gerät im hintersten Kellerwinkel.
Mit Solar nachladen
Mit einem faltbaren Solarmodul laden Sie die Powerstation auch ohne Netzstrom. Das ist vor allem sinnvoll, wenn ein Ausfall länger als einen Tag dauert.
- Die Wattzahl des Moduls gilt unter Idealbedingungen. Im Alltag liefert es meist deutlich weniger.
- Ein 60-W-Modul lädt an einem sonnigen Tag grob geschätzt die Tagesmenge für Licht und Handys nach. Im Winter und bei Bewölkung ist es viel weniger.
- Das Modul direkt zur Sonne ausrichten und nicht hinter Glas stellen.
- Vorher prüfen, ob Stecker und Spannung zur Powerstation passen, und einmal testen.
Sicherheit und medizinische Geräte
Generatoren nie in Innenräumen
Benzin- und Dieselgeneratoren erzeugen Kohlenmonoxid. Das Gas ist unsichtbar, geruchlos und tödlich. Betreiben Sie Generatoren nur im Freien mit Abstand zu Fenstern und Türen, nie in Wohnung, Keller oder Garage.
Powerstations sind für Innenräume gedacht. Trotzdem gilt: Stellen Sie sie auf einen festen Untergrund, decken Sie sie nicht ab, halten Sie Abstand zu Heizquellen und folgen Sie der Bedienungsanleitung. Laden Sie die Powerstation etwa alle drei Monate nach oder so, wie der Hersteller es angibt.
Medizinische Geräte
Wer auf ein Beatmungsgerät, eine Sauerstoffversorgung oder andere Medizintechnik angewiesen ist, sollte vorab mit dem Hersteller des Geräts und der behandelnden Praxis sprechen. Welche Leistung braucht das Gerät, wie lange muss es laufen, und ist der Betrieb an einer Powerstation zulässig? Informieren Sie außerdem Ihren Netzbetreiber und halten Sie einen Plan für längere Ausfälle bereit.
Strom für die ersten Tage
Für längere AusfälleAbbildung ähnlichPowerstation 1.024 Wh
Anker Innovations
Notstrom aus der Steckdose für Router, Laptop, Lampen oder eine Kühlbox: 1.024 Wattstunden, 2.000 Watt, langlebige LiFePO4-Akkus. Wiegt 11,3 Kilogramm. Modell: Anker SOLIX C1000 Gen 2.
Abbildung ähnlichFaltbares Solarmodul 100 Watt
FlexSolar
Lädt Handy, Powerbank und Laptop mit Sonnenlicht, über USB-C, USB-A und einen DC-Ausgang. Nur 1,85 Kilogramm, gefaltet handlich. Für eine Powerstation den passenden Adapter prüfen. Modell: FlexSolar 100 W.
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Checkliste zum Ausdrucken
Mit „Checkliste drucken“ erhalten Sie die Liste als eigenes Blatt, zum Beispiel für neben die Powerstation.
Notstrom vorbereiten
Geprüft am: ______________ von: ______________
- Geräte aufgeschrieben, die ich betreiben möchte
- Leistung (W) der Geräte vom Typenschild notiert
- Tagesbedarf in Wh ausgerechnet
- Etwa 20 Prozent Reserve eingeplant
- Dauerleistung der Powerstation passt zu meinen Geräten
- Powerstation geladen, Ladestand notiert
- Erinnerung im Kalender: alle 3 Monate nachladen
- Kabel und Adapter liegen bei der Powerstation
- Solarmodul einmal getestet
- Medizinische Geräte mit Hersteller oder Arzt geklärt
- Kein Generator in Innenräumen
- Kohlenmonoxid-Melder, falls Gasgeräte genutzt werden
SafeFamily24, Stand: September 2026.
safefamily24.de, Ratgeber zur Notfallvorsorge. Diese Liste ersetzt keine persönliche Beratung.
Strom ist nur ein Teil
Wasser, Vorrat, Wärme und ein Plan gehören dazu. Der Vorsorge-Check zeigt in 3 Minuten, was bei Ihnen noch fehlt.
Häufige Fragen
Darf ich eine Powerstation in der Wohnung benutzen?
Ja, eine Powerstation ist ein großer Akku mit Steckdosen, erzeugt keine Abgase und ist für Innenräume gedacht. Beachten Sie die Hinweise des Herstellers: nicht abdecken, nicht neben Heizquellen stellen und trocken lagern. Benzin- oder Dieselgeneratoren dagegen dürfen wegen Kohlenmonoxid nie in Innenräumen laufen.
Wie lange reicht eine Powerstation mit 500 Wh?
Das hängt davon ab, was angeschlossen ist; rechnen Sie grob mit etwa 80 Prozent der Kapazität als nutzbar, also rund 400 Wh. Damit laufen zum Beispiel zwei LED-Lampen, ein Radio und die Handyladung einer vierköpfigen Familie etwa drei Tage. Eine Kühlbox verbraucht deutlich mehr.
Kann ich mit einer Powerstation heizen oder kochen?
Kaum, Heizlüfter, Wasserkocher oder Herdplatten brauchen oft 1.000 bis 2.000 Watt. Selbst wenn die Powerstation diese Leistung liefern kann, ist der Akku nach kurzer Zeit leer. Für Wärme sind Schlafsack, Decken und warme Kleidung die bessere Wahl.
Eignet sich eine Powerstation für medizinische Geräte?
Das müssen Sie im Einzelfall klären. Fragen Sie den Hersteller des Geräts und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, welche Leistung und Laufzeit nötig sind und ob der Betrieb an einer Powerstation zulässig ist. Bei lebenswichtigen Geräten sollten Sie außerdem einen Plan für längere Ausfälle haben.
Weiterlesen
Quellen
- BBK: Vorsorge und Handeln bei Stromausfall
- BBK: Stromausfall, Vorsorge und Selbsthilfe, PDF
- BBK: Checklisten zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen, PDF
Die Verbrauchswerte sind typische Beispielwerte. Maßgeblich sind die Angaben auf Ihren Geräten und in der Anleitung der Powerstation. Stand: September 2026.




